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Männerbewegung?


 

Über uns

 


 

Wir

 sind die Männer, die seit mehr als elf Jahren eine Wohnung für Männer in häuslichen Krisensituationen betreiben. Unser Verein Männer-Wohn-Hilfe e.V. arbeitet nach dem Prinzip einer Selbsthilfegruppe. Diese Erfahrungen haben uns ermutigt, eine Beratungsstelle für Männer zu gründen.

Auch Männer sind Menschen - dieser einfache Grundsatz hat die Arbeit der Männer-Wohn-Hilfe von Anfang an bestimmt. Ein zweiter Grundsatz ist: Männer für Männer.

 


 

Wir arbeiten nach dem Prinzip der Mitmännlichkeit

Mitmännlichkeit bedeutet den Respekt vor und die grundsätzliche Anerkennung des Gegenübers. Die vorbehaltlose Annahme ist die Grundlage von persönlichen Beziehungen. In den Begegnungen, die wir in den letzten 11 Jahren mit Männern hatten, konnten wir erleben, wie Männer völlig überrascht, ungläubig und dankbar waren, dass sie als Mann angenommen wurden. Viele haben spontan geäußert, dass sie dies das erste Mal in ihrem Leben erlebt hatten. Folge dieser Haltung ist auch, dass ein Kontakt auf »einer Augenhöhe« zu Stande kommt. Gerade der Verzicht auf die Hierarchie von Helfenden und Geholfenen hat die Begegnung mit den Männern fruchtbar für beide Seiten gemacht.

Bereits die Tatsache, dass es die Wohnung der Männer-Wohn-Hilfe gibt, dass es diese überindividuelle Vorsorge für verletzende, demütigende, ungerechte oder auch einfach schwierige Zumutungen des Lebens für Männer gibt, war für viele eine Entlastung. Die Nutzer mussten sich nicht für Probleme schämen, sondern konnten so erkennen, dass diese struktureller Bestandteil von Männlichkeit im 21. Jahrhundert sind.

Mitmännlichkeit als grundsätzliche Annahme der Person, setzt einen grundlegenden Mechanismus traditioneller Männlichkeit außer Kraft: Du musst Dir deine Daseinsberechtigung nicht verdienen, erwerben. Du musst nichts tun, Du bist auch als Mann ein liebenswertes Geschöpf, dem Grundrechte zustehen. Mitmännlichkeit bedeutet auch, die Stärken von Männern zu sehen bzw. ihre erprobten Lebensstrategien wert zu schätzen.

Männer werden üblicherweise nicht differenziert wahrgenommen, sondern oft auf den Mythos des starken Mannes reduziert oder mit ihm ins Verhältnis gesetzt. Diese Verengung auf die gesellschaftliche Seite des Mannes versperrt die Wahrnehmung von männlichen Notlagen und soll dies auch.

Die Betonung der individuellen Interpretation von »Mannsein« verschiebt den Fokus weg von dem hegemonialen Ideal. Sie führt weg von der Männlichkeit als homogener Größe hin zur Individualität. Die allseits beklagte »Verunsicherung« der Männer bezüglich einer positiv empfundenen Vision  »neuer» Männlichkeit ist die Fortsetzung der autoritären Struktur des Patriarchats. Mitmännlichkeit als Idee, dass Männer aus ihren persönlichen Beziehungen Sicherheit schöpfen, ist eine Chance zur Balance von individueller Eigenständigkeit und gelebten Gemeinsinns. Mitmännlichkeit ist ein Schritt zur Veränderung dieses Anteils männlicher Strukturen, der Anspruch erhebt wesentlicher Bestandteil des Definition von Männlichkeit zu sein.

Für die Aktiven in unserem Verein hat sich zusätzlich die Begegnung mit den Männern als Bereicherung ihres Lebens, Erweiterung ihres Blick-feldes und Erkenntnismöglichkeit über sich selbst herausgestellt. Mitmännlichkeit ist für uns auch der Ansatz von Selbsthilfe. In eben diesem Sinne sind die Männer der Männer- Wohn-Hilfe und die Bewohner ähnlich vom Patriarchat und seinen Zumutungen betroffen. Wir haben teilweise schon seit Jahrzehnten Erfahrungen in geschlechtsbewusster Arbeit und sind gleichzeitig immer noch Lernende. Die erstaunlich skurrilen, kreativen, manchmal verarmten männlichen und oft traurigen Lebenswelten haben unser Bild von dem eigenen Geschlecht verändert. In der Reflektion der eigenen Männlichkeitsbilder, der eigenen Beziehungsgestaltung sowie eigener Erlebnisse und anderer innerer Bilder konnten wir auch persönlich wachsen.

Es bedarf einfach einer langen Zeit und ständiger Übung in der Beziehung zu anderen Männern, um die Unkultur der Mitleidlosigkeit, die die Welt der Männer prägt, zu überwinden. Wie sehr die Verweigerung von Mitgefühl gegenüber den Geschlechtsgenossen das Leben von Männern prägt, wurde uns in immer wieder neuen bedrückenden Aspekten durch die Situationen der Bewohner vor Augen geführt.

 

 


Wir wenden uns aktiv gegen die Kultur der Mitleidlosigkeit

 

Da werden manche Männer zu Gewalttätigkeiten durch die Familie oder ihre Kultur gezwungen, da wird bei dem Thema Zwangsheirat vergessen, dass auch die Männer verheiratet werden, da wird deutlich, wie sehr Männer es verinnerlicht haben, sich für die Familie aufzuopfern und für das finanzielle Überleben im wahrsten Sinne mit dem Leben zu bezahlen. Die innere Mitleidlosigkeit, die in der erlernten Abspaltung von Gefühlen ihre Ursache hat, wird nach außen gewendet und ermöglicht so Machtmissbrauch und autoritäre Strukturen und erhält das alte Patriarchat am Leben. Tätige Mitmännlichkeit nimmt auf der einen Seite den Mangel auf und geht in Beziehung.

Tätige Mitmännlichkeit setzt so den emanzipatorischen Anspruch des „Privaten als Politischem“ in eben dieser Reihenfolge um. Es ist für manche Männer immer wieder schmerzhaft, die Zurichtungen, den Verlust an unmittelbarer Emotionalität zu spüren.

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zuletzt aktualisiert: Presse 17.04.2016 | info@maennersache-oldenburg.de